Im Gespräch mit unserem hauptamtlichen Nachwuchstrainer Tobi Thumm

Hallo Tobi,
Nach den ersten 7 Spielen in der JBLH steht die B-Jugend auf dem 3. Platz der Vorrunde 7. Wie zufrieden bist du mit dem Verlauf der aktuellen Saison?
Tobi: Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Nach einer intensiven und sehr guten Vorbereitung sind wir trotz Auftaktniederlage dennoch gut in die Prämieren-Saison der B-Jugend Bundesliga gestartet. Auch wenn die Niederlage gegen JANO Filder noch etwas schmerzt, so gilt es den Saisonverlauf auch losgelöst von der Tabelle zu betrachten. Die Jungs geben Gas und entwickeln sich sehr gut.
Im vorletzten Spiel gelang es euch die bisher ungeschlagenen Rhein-Neckar Löwen zu bezwingen. Was war der Schlüssel zum Erfolg und wie siehst du die bisherige Entwicklung deines Teams?
Tobi: Meiner Meinung nach gab es nicht den einen Schlüssel zum Erfolg. Es waren an diesem Tag viele Faktoren die zusammengekommen sind. Eine unfassbare Abwehrleistung mit einem starken Rückhalt im Tor waren die Basis für unser Tempospiel und im stehenden Angriff hatten wir vor allem in der ersten Halbzeit eine sehr hohe Effizienz. Solche Faktoren begünstigen dann natürlich auch die Emotionen und die Stimmung auf und neben dem Spielfeld. An diesem Tag waren wir einfach „hungriger“ auf die zwei Punkte.
Die Entwicklung des Teams ist sehr gut und hat sich beim Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ebenfalls gezeigt. Auch in schwierigen Phasen sind wir fokussiert und bei uns geblieben. Jeder einzelne Spieler hat seit Saisonstart einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht, was mich unheimlich freut. Die Jungs investieren sehr viel, sind immer nah am Limit, da ist es dann auch schön, wenn sich das Investment in Form von individueller Entwicklung und Spielergebnissen auszahlt.
Seit dieser Saison bist du als hauptberuflicher Trainer angestellt und hast nun noch mehr Zeit, dich vollkommen auf deine Trainertätigkeit zu konzentrieren. Was begeistert dich an dem Beruf als Coach?
Tobi: Zum einen begeistert es mich jeden Tag aufs Neue mit welcher Leidenschaft die Jungs dem Handballsport nachgehen. Zum anderen ist der Beruf als Coach sehr abwechslungsreich. Man plant sehr viel, macht sich Gedanken, verfolgt Ideen und muss dann doch auch immer wieder improvisieren. Durch die Hauptamtlichkeit meines jetzigen Trainerjobs habe ich natürlich das große Privileg mich quasi Rund-um-die-Uhr mit Handball zu beschäftigen. Das ermöglicht deutlich mehr Zeit für Planung, Gespräche, Analyse und das Erstellen von Konzepten, um die JSG langfristig auch weiterzuentwickeln.
Neben deiner B-Jugend bist du seit diesem Jahr auch im Kinderhandball als Trainer aktiv. Welchen Stellenwert hat der Kinderhandball deiner Meinung nach in der Handballausbildung?
Tobi: Der Kinderhandball ist unheimlich wichtig: dort wird die Basis für alles Weitere gelegt. Somit gibt es viele Handball-Inhalte, welche in diesem Alter vermittelt werden müssen. Alles, was dann in älteren Mannschaften inhaltlich kommt, baut auf dem auf, was im Kinderhandball erlernt wurde. Übergeordnet ist es allerdings viel wichtiger, dass die Kinder Spaß an der Bewegung und am Sport haben – im Idealfall ist beides der Fall 😉
Welchen Tipp gibst du jungen Traineranfängern auf den Weg?
Tobi: In meinen Augen sind vier Punkte besonders wichtig. Erstens: Authentizität. Trainer sollten immer authentisch sein und sich nicht verstellen müssen. Zweitens: regelmäßig reflektieren. Spieler machen Fehler und so machen auch Trainer mal Fehler. Sei es eine Übung welche nicht so funktioniert wie erhofft, schlechte Spielerwechsel im Spiel,… – wichtig ist es nur sich darüber Gedanken zu machen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu schauen. Drittens: Planung. Jedes Training, jede Übung – alles sollte in Ruhe geplant sein. Ebenso natürlich die inhaltliche Planung in Form von Trainingsschwerpunkten über mehrere Wochen hinweg. So verfolgt man klare Ziele im Training und bildet die Spieler langfristig aus. Viertens: altersgerechtes Training. Hier ist Kinderhandball das beste Beispiel. Kinder mögen es nicht rumzustehen und leise zu sein. In der Halle wollen sie sich bewegen und mit dem Handball spielen. Das sollte sich dann auch im Training widerspiegeln. Anhand vom Beispiel Kinderhandball: Übungsformen wählen bzw. designen, welche wenig Stehzeiten beinhalten, Ansprachen und Korrekturen kurz halten, so dass die Kinder am Ende möglichst lange das machen können, was sie gerne machen.
Vielen Dank und viel Erfolg im weiteren Verlauf der Saison!